AG Helmut-Kohl-Allee

Aktive der Bürgerinitiative beim Protest gegen die Stadtstraße vor einer Stadtratsitzung

Helmut-Kohl-Allee stoppen – Lebensqualität erhöhen!

Machen wir Ludwigshafen wieder lebenswert!

Die Stadtverwaltung und mehrheitlich der Stadtrat planen eine achtspurige, ebenerdige Straße durch das Zentrum Ludwigshafens als Ersatz für die Hochstraße Nord. Wir von der Bürgerinitiative Lebenswertes Ludwigshafen lehnen dieses Vorhaben ab und fordern die Erarbeitung von Alternativen unter Beteiligung der Ludwigshafener BürgerInnen.

Die geplante Straße verhindert eine zukunftsgerechte Entwicklung für Ludwigshafen

  • Die Straße wird die Lebensqualität in der Innenstadt langfristig belasten. Ihre Notwendigkeit ist nicht geklärt.
  • Die Baukosten überfordern die Stadt finanziell.
  • Das Projekt steht im Widerspruch zu einer umwelt- und bürgerfreundlichen Verkehrswende in der Region Ludwigshafen, denn es folgt den Planungsgrundsätzen der "autogerechten Stadt" aus den 1950er/1960er-Jahren. Diese sind heute von Bürgern und Fachleuten als verhängnisvoller Irrtum erkannt, der den Innenstädten die Lebensqualität genommen hat.

Die Lebensqualität der BürgerInnen wird massiv beeinträchtigt

  • Die Helmut-Kohl-Allee ist auf bis zu 50.000 Autos pro Tag ausgelegt [1].
  • Lärm, Staub, Schadstoffe der ebenerdigen Straße werden alle LudwigshafenerInnen, vor allem die AnwohnerInnen, stark belasten.
  • Weitere Gesundheitsrisiken entstehen durch die Erhitzung der neuen umfangreichen Asphaltflächen im Sommer. Sie erhöhen die Versiegelung in Ludwigshafen, das die bundesweit am höchsten versiegelte Stadt Deutschlands ist [2, 3].
  • Die bis zu achtspurige Straße schneidet den Stadtteil Nord vom Stadtzentrum ab und führt damit zu einer weiteren Verödung der Innenstadt.
  • Der Abriss der Hochstraße Nord und der Bau der Helmut-Kohl-Allee wird AnwohnerInnen und alle LudwigshafenerInnen über Jahre belasten (Bauphase derzeit 2024 bis mindestens 2032): Mit Lärm, Staubemissionen, Abgasen, Umleitungen und Staus.

Die zusätzliche finanzielle Belastung wird kommunale Leistungen einschränken

  • Nach einem von der Stadt als realistisch angesehenen Szenario [4] werden die Kosten für die Helmut-Kohl-Allee auf 945 Millionen Euro steigen. Bund und Land übernehmen nur 330 Millionen!
  • Zusätzlich zu der ohnehin geplanten Belastung der Stadt von 194 Millionen Euro [5] entstehen so zusätzliche Kosten von 400 – 500 Millionen Euro!
  • Unsere ohnehin schon mit 1,5 Milliarden Euro verschuldete Stadt geht ein weiteres enormes Kostenrisiko ein!

Die Helmut-Kohl-Allee dient dem Durchgangsverkehr. Was haben wir LudwigshafenerInnen davon?

  • Die Stadt steht unter dem Spardiktat der Landesaufsichtsbehörde ADD und soll innerhalb von 10 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen.
  • Die zusätzlichen Schulden für die Helmut-Kohl-Allee werden daher zu weiteren tiefen Einschnitten in die Leistungen für BürgerInnen führen. Hallenbäder, Sportanlagen, Parks, Freizeitflächen, Kulturangebote, soziale Einrichtungen u.v.m. stehen dann auf dem Prüfstand.
  • Gleichzeitig werden wir ständig höhere Steuern und Gebühren bekommen.

Die Verkehrswende wird für Jahrzehnte erschwert und verzögert

  • Für den notwendigen Ausbau des ÖPNV, die Schaffung neuer Radwege sowie die Instandhaltung von Straßen wird kaum noch Geld zur Verfügung stehen.
  • Es ist wissenschaftlich belegt, dass jede neue Straße zu mehr Autoverkehr führen.
  • Ohne eine Reduzierung des Autoverkehrs wird die Stadt die Klimaziele des Klimaschutzgesetzes nicht einhalten können und verstößt gegen die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz der nachfolgenden Generationen.

Wir, die Bürgerinitiative Lebenswertes Ludwigshafen, fordern daher:

  • Das Projekt Helmut-Kohl-Allee muss gestoppt werden. Eine Trasse, die Hochstraße Süd nach ihrer Sanierung, wird reichen, wenn wir den Durchgangsverkehr verringern! Das zeigt bereits die heutige Verkehrssituation.
  • Unter Beteiligung der Ludwigshafener BürgerInnen sollen kostengünstige und zukunftsweisende Alternativen erarbeitet werden.
  • Verringerung des Autoverkehrs durch einen umfangreichen Ausbau des Straßenbahn- und des Busnetzes mit kleiner Taktung in der Stadt und Einbindung der Randbezirke zu geringeren Fahrpreisen.
  • Neue, sichere Radwege und Radpendlerrouten, "Park and Ride"-Möglichkeiten, Mitfahrzentralen und vieles mehr.
  • Sperrung der Hochstraße Nord für den Auto- und LKW-Verkehr, sobald die Sanierung der Hochstraße Süd abgeschlossen ist. Die dann geringer belastete Hochstraße Nord kann als Bauwerk über Jahrzehnte erhalten werden.
  • Prüfung, ob eine Umnutzung der Hochstraße Nord als grünes Band, für Fußgänger und Radfahrer möglich ist und damit urbanes Zusammenleben mit echter Erholungsqualität verbindet. Die Stadt Seoul hat es vorgemacht: Seoullo 7017 - Die umgestaltete Hochstrasse - Artikel auf Wikipedia
  • Stopp des Abrisses und Weiterbetrieb des Rathaus-Centers (Flachbau), selbst wenn der Turm nicht mehr genutzt werden kann.
  • Umsetzung von Maßnahmen, welche die Lebensqualität in der Innenstadt deutlich erhöhen und der zunehmenden Hitze entgegenwirken, etwa neue Grünflächen, Bäume und Brunnen im Stadtgebiet.

Unterstützen Sie uns! Noch ist Zeit!

Der Bau der Helmut-Kohl-Allee greift in unser Leben ein.
Eine gute Lebensqualität in unserem Ludwigshafen geht uns alle an!

Quellen: [1] Planfeststellungsbeschluss vom 17.08.2023
[2] Studie vom Gesamtverband der Versicherer vom 5.03.23
[3] SWR Aktuell Rheinland-Pfalz - Bericht vom 3.05.2023
[4] Hochstraßensystem – Historie und Sachstandsbericht, Bau- und Grundstücksausschuss der Stadt Ludwigshafen, 27.03.2023
[5] Rheinpfalz vom 19.09.2023

Positionspapier der AG Stadtstrasse der BI-Lebenswertes Ludwigshafen vom September 2023


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